Diabetiker-Versorgung

Wir fertigen für Diabetiker Weichpolster-Einlagen im Sandwich-Verfahren, um die unterschiedlichen Belastungen des Fußes optimal aufzufangen.

Außerdem führen bzw. fertigen wir:
Diabetiker Konfektionsschuhe
Diabetiker Konfektionsschuhe nach Maß
Diabetiker Schuhe nach Maß

Durch eine orthopädie-schuhtechnische Versorgung können medizinische Maßnahmen begünstigt und unterstützt werden. Ziel ist eine belastungsreduzierende Versorgung des Fußes um Verletzungen vorzubeugen.


Was versteht man unter einem diabetischen Fuß?


Im weitesten Sinne sind damit die Füße von Diabetikern gemeint, die durch den Diabetes und seine Folgen gefährdet sind. Wird der Begriff „diabetischer Fuß“ enger gefasst, so versteht man darunter eine tatsächlich eingetretene Schädigung der Füße als Folge des Diabetes.
Ursachen
Der diabetische Fuß hat eine Vielzahl von Ursachen, die nicht immer alle gleichzeitig auftreten. Grundsätzlich können folgende vier Ursachen unterschieden werden:


1. Schäden der Nerven

Die Nerven sind die „Telefonleitungen“ im Körper. Sie bestehen aus unterschiedlichen Nervenfasern. Über die motorischen Nervenfasern erhalten die Muskeln den Befehl zu arbeiten. Die sensiblen Nervenfasern melden Empfindungen an die übergeordneten Zentren im Gehirn und im Rückenmark. Sensible Nervenfasern übermitteln den Tastsinn und das Temperaturempfinden, aber auch Schmerzen. Schmerzen sind immer ein wichtiges Warnsignal! Außerdem leiten die Nervenfasern der so genannten „Tiefensensibilität“ wichtige Informationen über den Spannungszustand der Muskeln und Sehnen sowie über die Stellung der Gelenke weiter. Diese Informationen sind wichtig, damit komplexe Bewegungen wie das Gehen nahezu automatisch und fließend ablaufen können. Schließlich gibt es noch die autonomen oder vegetativen Nerven. Über sie werden die Durchblutung und der Ernährungszustand des Gewebes geregelt. Durch den Diabetes können die verschiedenen Nervenfasern geschädigt werden. Als erstes sind die langen Nerven der Beine betroffen. Die Schäden beginnen an den Zehen und schreiten allmählich nach oben fort. Nicht immer sind alle Nervenfasern gleich stark betroffen. Schmerz- und Temperaturempfinden fallen häufig lange vor dem Tastsinn und der Tiefensensibilität aus. Zuletzt werden die motorischen Nerven geschädigt.

Diese Schäden haben unter Umständen dramatische Folgen:
Ist der Schmerzsinn ausgefallen, spürt man kleinere Verletzungen und Druckstellen im Schuh nicht rechtzeitig oder nimmt sie nicht ernst genug, weil sie ja nicht wehtun.

Eine Verletzung wird unter Umständen gar nicht erkannt, da das Warnsignal „Schmerz“ fehlt. Die Verletzung fällt dann erst Tage später auf, wenn eine Infektion mit Rötung, Schwellung oder Vereiterung aufgetreten ist.

Sind die motorischen Nerven ausgefallen, kommt es zur Schrumpfung der von diesen Nerven versorgten Muskeln. Am Fuß sind zuerst die kleinen Fußmuskeln betroffen. Der Muskelschwund ist erkennbar an tiefen Dellen zwischen den Zehen am Fußrücken. Die Gegenspieler dieser Muskeln gewinnen an Überhand. Sie wollen den Fuß auf die Zehenspitzen stellen und die Zehen krümmen. Der Zug dieser Muskeln führt schließlich dazu, dass ein Ballenhohlfuß und Krallenzehen entstehen.

Durch die Veränderungen am Fußskelett entstehen Druckstellen und Fehlbelastungen, vor allem an der Sohle im Vorfußbereich und an der Oberseite der Zehen.

Fällt die Tiefensensibilität aus, verändert sich das Gangbild. Der Gang wird insgesamt plumper und unsicherer, und es kommt ebenfalls zu Fehlbelastungen der Fußsohle.

Die Ernährung des Gewebes ist gestört, da die Regulation durch die vegetativen Nerven ausgefallen ist. Erkennbar ist dieser Schaden daran, dass die Zehenbehaarung ausfällt („Zehenglatze“) und an einer rosigen Haut, die eine „Luxusdurchblutung“ erhält. Wegen der fehlenden Regulation erhalten Gewebe wie arbeitende Muskeln oder Wunden, die zuheilen sollen, im Gegenzug dann zu wenig Nachschub an Nährstoffen.

Die Schweißproduktion fällt aus. Die Haut wird dann trocken, spröde und rissig, sie verliert ihre Geschmeidigkeit.


2. Schäden der Blutgefäße

Die Schäden an den Blutgefäßen betreffen vor allen Dingen die Arterien, die das nährstoff- und sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Füßen transportieren. Beim Diabetiker spricht man in diesem Zusammenhang von „Makroangiopathie“. Diese Arterien werden durch Ablagerungen eingeengt, was den Nachschub an Nährstoffen und Sauerstoff behindert. Der Diabetes schädigt außerdem noch die kleinen Blutgefäße, die Kapillaren, in denen der eigentliche Stoffaustausch stattfindet. Dieser Schaden wird „Mikroangiopathie“ genannt. Die Kapillaren werden „undicht“. Sie geben Flüssigkeit ins Gewebe ab, das daraufhin anschwillt. Andererseits sind die Gefäßwände verdickt. Sowohl die Verdickung der Gefäßwände als auch die leichte Schwellung des Gewebes führen dazu, dass der Stoffaustausch gestört ist und das Gewebe insgesamt schlechter ernährt wird.

Das hat Folgen am Fuß:
-Die Haut wird dünn wie Pergament und sehr verletzungsanfällig. Die Haare an den Zehen fallen aus.
-Wunden heilen schlechter und nur verzögert.
-Ist das Schmerzempfinden intakt, treten unter Belastung Schmerzen in der Wade auf. Sehr häufig ist aber das Schmerzempfinden gestört, und dieses wichtige Warnsignal fehlt!
-Im schlimmsten Fall kommt es zum Absterben von Gewebe, und einzelne Zehen werden brandig.


3. Schäden der Knochen und des Bindegewebes
Der Diabetes führt auch zu einer Ernährungsstörung der Knochen. Es kommt zu Umbauvorgängen, wobei der stabilisierende Kalk aus dem Knochen herausgelöst wird. Der Gelenkknorpel, der das sanfte Gleiten der Gelenkflächen aufeinander sicherstellt, löst sich allmählich auf. Das Bindegewebe und insbesondere die Gelenkkapseln verdicken sich. Die Fußgelenke werden unbeweglicher.

Die Folgen sind:
Die Knochen werden brüchig. Schon geringe Belastungen können zu Knochenbrüchen führen.

Die Knochen verbiegen sich. Weitere Umbauvorgänge verändern ihre Form. Es kommt zu einer Störung des Gelenkzusammenhalts. Insgesamt hat sich die Fußform verändert, und damit kommt es zu Fehlbelastungen.

Die vermehrte Steifigkeit von Gelenkkapseln und Bindegewebe führt dazu, dass das Fußgewölbe sich beim Abrollvorgang nicht mehr an die Unterlage anpassen kann. Wiederum treten Fehlbelastungen auf.


4. Schäden von außen
Schäden von außen sind Verletzungen und Infektionen. Es gibt eine Vielzahl von Verletzungsmöglichkeiten:

Nichtpassendes Schuhwerk führt zu Druckstellen, Blasen oder offenen Stellen. Da die Schmerzwahrnehmung gestört ist, können Sie nicht spüren, wenn ein Schuh zu eng ist. Gleiches gilt auch für zu enge Strümpfe.

Fremdkörper im Schuh, z. B. kleine Steinchen, werden nicht wahrgenommen und führen zu Wunden.

Die Haut ist sehr empfindlich auf Scherkräfte und Reibung. Eine Strumpfnaht, gestopfte Strümpfe, Falten und Risse in der Innensohle können bereits zu Verletzungen führen.

Scharfe Instrumente bei der Fußpflege, wie Nagelschere und Hornhauthobel, können zu Verletzungen führen, da Sie nicht spüren, wenn Sie zu tief schneiden.

Hornhautpflaster und keratolytische Lösungen, mit denen Hornhaut aufgelöst werden soll, können zu schweren Verätzungen führen.

Ist das Temperaturempfinden ausgefallen, können heiße Fußbäder, Wärmflaschen und Wärmedecken zu schweren Verbrennungen führen.

Im „süßen“ Blut der Diabetiker wachsen Bakterien sehr viel leichter. Es kommt schnell zu einer Infektion. So wird aus einem kleinen Hautriss oder einer Blase schnell ein offener „Fuß“.

Lassen Sie sich rechtzeitig von Ihrem Orthopädie-Schuhfachgeschäft über vorbeugende Fußbettungen und Vorsorgemaßnahmen beraten.


Zur Vorbeugung sollte man verschiedene Dinge beachten!

Der diabetische Fuß benötigt besondere Pflege und Vorsorge.
Bei Diabetes mellitus ist die Fußpflege mit besonderer Sorgfalt durchzuführen, da die geringsten Verletzungen schwerwiegende Folgen haben können.

Achten Sie sehr darauf, dass Sie sicht nicht verletzen. Besondere Vorsicht ist beim Nägelschneiden geboten. Die Nägel nicht zu kurz und auf keinen Fall in die Ecken schneiden, sonst kann der Nagel einwachsen. Feilen ist besser. Am besten schneiden Sie die Nägel gerade, aber nicht zu kurz und entschärfen die Ecken mit der Feile.

Verwenden Sie auf keinen Fall scharfe Gegenstände wie Rasierklingen, Hornhauthobel, Messer usw. und keine chemischen Mittel zur Entfernung von Hornhaut oder Hühneraugen, auch keine Hühneraugenpflaster: Hier ist die Gefahr, sich zu verletzen oder die Haut zu beschädigen, zu groß. Das einzige erlaubte Hilfsmittel gegen Hornhaut ist der Bimsstein.

Bildet sich an Ihren Füßen Hornhaut, hat das unter Umständen Ursachen, denen Sie nachgehen sollten. Überprüfen Sie daher Ihre Schuhe. Eventuell benötigen Sie weichbettende Einlagen.
Ihr Temperaturempfinden kann gestört sein, deshalb: VORSICHT mit Wärme. Kein heißes Wasser, keine Wärmflaschen, keine Heizdecken usw. verwenden. Wenn Sie kalte Füße haben, tragen Sie nachts wollene Socken oder Bettschuhe, um die eigene Körperwärme zu speichern. Auch Fußgymnastik hilft, weil sie die Durchblutung aktiviert.

Nehmen Sie täglich ein Fußbad, aber nur mit lauwarmem Wasser. Kontrollieren Sie die Temperatur mit dem Thermometer: max: 28 Grad Celsius. Lassen Sie die Haut Ihrer Füße nicht aufweichen, sondern baden Sie nur kurz (höchstens 5 Minuten). Nehmen Sie keine Badezusätze, sondern nur eine milde Seife (Kernseife oder Babyseife).

Fußpilz ist der schlimmste Feind des Diabetikers. Aber er kann nur wachsen, wo es feucht ist. Also die Füße immer gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen. Beim Abtrocknen nicht reiben, sondern nur vorsichtig tupfen, um die Haut nicht zu reizen. Besonders gut geht es mit Küchenkrepp-Papier. Nicht fönen!

Cremen Sie Ihre Füße ein, auch die Fußsohle, damit die Haut nicht trocken, spröde und rissig wird. Achten Sie darauf, dass die Creme vollständig einzieht. Hierfür können Sie normale Körpercremes ohne Zusätze verwenden, es gibt allerdings auch eine große Auswahl spezieller Diabetikerprodukte. Melkfett oder Vaseline sind ungeeignet, weil sie nicht in die Haut einziehen.
Verwenden Sie keine Fußdesodorantien, Fußsprays usw., denn die diabetische Haut ist sehr empfindlich. Wir beraten Sie gerne bei der Produktauswahl.

Wechseln Sie täglich die Strümpfe. Tragen Sie keine gestopften Socken (Gefahr von Druckstellen). Waschen Sie neue Strümpfe und Socken vor Gebrauch. Vermeiden Sie zu enge Strumpf-Bündchen, Strumpfbänder, Sockenhalter und alles, was die Durchblutung behindert.
Tragen Sie Schuhe niemals ohne Socken oder Strümpfe! Die Gefahr für Blasen ist zu groß.
Schuhe und Strümpfe sollen Ihre Füße vor Verletzungen schützen. Gehen Sie daher niemals barfuß. Tragen Sie immer Hausschuhe, wenn Sie nachts aufstehen müssen, damit keine Verletzung entsteht, wenn Sie stolpern oder sich an Bett- oder Türkanten stoßen.

Schützen Sie besonders Ihre Zehen, d. h. tragen Sie keine vorne offenen Sandalen, schon gar keine mit Riemchen zwischen den Zehen! Tragen Sie Schuhe mit Schutzkappen und dicken Sohlen, wenn Sie eine Arbeit verrichten, bei der Verletzungsgefahr besteht, z. B. bei Gartenarbeit. Fragen Sie vorher Ihren Arzt!

Kaufen Sie neue Schuhe niemals am Morgen, sondern immer am Nachmittag, wenn die Füße schon etwas „angelaufen sind“, damit neue Schuhe nicht zu eng sind. Wichtig sind genügende Weite und die richtige Schuhlänge. Achten Sie auf sicheren, bequemen Sitz und genügend Spielraum für die Zehen.

Laufen Sie neue Schuhe nur wenige Stunden am Tag ein, wechseln Sie grundsätzlich öfters am Tag die Schuhe. Ihre Füße müssen atmen können: Achten Sie darauf, dass die Schuhe im Sommer luftdurchlässig und im Winter warm gefüttert sind.

Kontrollieren Sie Ihre Schuhe vor jedem Tragen auf Fremdkörper (Steinchen, Splitte, Risse oder Falten in der Sohle, Scheuerstellen, usw.) oder sonstige Unregelmäßigkeiten, die Druckstellen verursachen können.
Stechen Sie Blasen niemals selber auf. Gehen Sie auch bei kleinsten Verletzungen sofort zum Arzt und verbinden Sie die betroffenen Stellen nur mit Kompressen nicht mit Mullbinden, nicht mit Pflaster!

Lassen Sie Hühneraugen, Hornhaut oder eingewachsene Fußnägel nur vom ausgebildeten Fachmann (Fußpfleger oder Arzt) behandeln. Weisen Sie Ihren Fußpfleger darauf hin, dass Sie Diabetiker sind.
Durch die Neuropathie haben Sie ein herabgesetztes Gefühls- und Schmerzempfinden. Sie können sich also nicht darauf verlassen zu spüren, wenn an den Füßen etwas nicht in Ordnung ist. Sie müssen daher Ihre Füße täglich kontrollieren! Da der Diabetiker durch eine Infektion der Füße besonders gefährdet ist, sollten Sie täglich Ihre Füße anschauen. Bei der kleinsten Veränderung zeigen Sie diese bitte Ihrem Arzt. Achten Sie auf Blasen, Hornhaut, Druckstellen und andere Hautveränderungen. Nehmen Sie zum Kontrollieren einen Spiegel (Taschenspiegel oder besser Rasier- oder Vergrößerungsspiegel), um die Fußsohle genau zu inspizieren. Wenn Ihr Sehvermögen eingeschränkt ist, bitten Sie einen Verwandten, die Füße und Schuhe zu kontrollieren.

Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen fußunterstützende Einlagen oder Weichbettungen empfiehlt. Ihr Fuß kann sich im Lauf der Zeit ändern, daher muss Ihr Arzt von Zeit zu Zeit überprüfen, ob Einlagen neu angepasst oder Schuhe neu zugerichtet werden müssen. Lassen Sie sich von uns über Diabetikerschuhe informieren.
Schlecht heilende Wunden verschlechtern die Stoffwechsellage und können zum Verlust des Beines führen. Lassen Sie es nicht soweit kommen! Hier kommt es wesentlich darauf an, möglichst frühzeitig die richtige Therapie einzuleiten. Behandeln Sie Ihre Füße genau so sorgfältig wie Ihre Hände, dann kann nicht viel passieren!